vom Bunker bis zur Panzersperre, eine kleine Grenzgeschichte

 

Die Schulzeit ist ja schon eine Weile her 😉 Da kann man ja einiges vergessen. Außerdem hat mich mit Sicherheit in der einen oder anderen Schulstunde der Sekundenschlaf erwischt :mrgreen: So ist sehr wahrscheinlich das ich das eine oder andere nicht mitbekommen habe. Für mich war aber immer klar das alle Kriegsbauten in Südtirol aus dem ersten Weltkrieg stammen.

Tatsächlich ist es aber nicht so. Die ganzen Bunker und Stollen aus dem ersten Weltkrieg befinden sich viel weiter Südlich vom Reschen Pass. In den Dolomiten. Was wenn man darüber nachdenkt ja auch logisch ist.

Vor dem ersten Weltkrieg gehörte Südtirol ja noch zu Österreich und nachher zu Italien (Vertrag von Saint Germain).

Diese Befestigungen wurden ab 1929 im Auftrag von Mussolini erbaut und dienten als Schutz vor Österreich (ab 1938 vor Deutschland).

Mussolini traute seinem Verbündet nicht trotz des Stahlpakts. Was sich ja 1943  mit dem  Einmarsch bestätigte.

Soweit zu der Geschichte

Wir wanderten wie ja bereits berichtet am Sonntag auf dem Plamort (plan mort = toter Boden) und besuchten unter anderem die  250m lange Panzersperre mit den sogenannten Drachenzähnen

Sie ist der auffällig Teil  einer ca . 1 km² großen  Verteidigungsanlage .

Einige Bunker und Gefechtsstände sind öffentlich zugänglich.

Als wir das Hochplateau  erreichen sieht die Sperre von der Ferne ganz klein aus.

Wir erreichen den Bunker VI.  Der Gang ist dunkel und wird nur durch mein Blitzlicht erhellt.

 Als ich um die Ecke biege wird es wieder hell. Das Licht kommt vom zweiten Eingang. Wir blicken aus einem der Schießscharten ins Tal.

Anschließend gehen wir noch zu weiteren Anlagen. Wenn man bedenkt das hier oben bis 1992 Militärisches Sperrgebiet war.

Man frägt sich was wollte man hier oben Verteidigen.

Mit der kleinen Sperre und MG Stellungen. Die Panzer wären eher im weichen Bodern versunken 🙂

Schlafecke

 Hier war der Schlafbereich des Bunkers und weitere Tunnel.

Teilweise stand das Wasser Knöcheltief in den Gängen.

Für die Panzersperre wurden zwei Meter lange Stämme in den Boden getrieben und mit Beton Ummantelt.

Auf die Spitze kam zum Schutz diese Stahlkappen.

Daher bekamen sie auch den Spitznamen „Drachenzähne“. Durch die Witterung fallen sie nun langsam auseinander. Wir verlassen das Hochplateau und wandern zurück ins Tal zur Etschquelle.

Hier sind uns ja die Bunker mit den Tarnfenstern aufgefallen.

Nun hatten wir die Gelegenheit den Bunker mit einer Länge von 270m und einer begehbaren Fläche von 450 m² von innen zu besichtigen.

Im Sommer findet immer am Freitag eine Führung durch die Anlage statt. Die Führung beginnt bei der großen Informationstafel beim Sportplatz.

Wir hatten nicht mit so vielen Besuchern gerechnet. Es waren ca 40 – 50 Gäste. Die Gruppe wurde nach Sprachen getrennt.

Es waren aber nur ca 10 Italiener. So waren wir immer noch 40 die dann den uns bekannten Weg außen an dem Bunker vorbei liefen.

Der Herr der die Führung durchführte machte das sehr informativ. So bekamen wir einen kurzen Unterricht in  Geschichte.

Wir, die nun doch schon etwas ältere Generation können uns noch daran erinnern, wie die Nachrichten von Aufständen in Südtirol berichteten.

Heute hat man sich arrangiert und was möglich war an Autonomie erreicht.

Die Bunkeranlagen wurden auch nicht von Südtirolern gebaut sondern von Italienern.

Die Anlagen wurden damals auch mit Zäunen und Stacheldraht umgeben.  Diese wurden nach Ende der Nutzung entfernt.

Außerdem wurde dieser Bunker über einer der Etsch Quellen errichtet. So war die Wasserversorgung für diesen und weitere Bunker gesichert.

Aus der Anlage ist kein Schuß im Krieg gefallen. Die Planung (sagen wir mal so) war nicht ganz günstig. Die Soldaten wären darin gefangen gewesen wie in einer Mausefalle und wenn die Südtiroler auch nicht wussten wo die Bunker waren die Deutschen schon 😀

So fielen die Anlagen fast kampflos in die Hände der Deutschen. Nach dem Krieg ab 1949 wurden die Anlagen wieder aktiviert.

der verschlossene Eingang
jetzt können wir eintreten.
 Wir erreichen einen der Eingänge. Wenn man genau schaut sieht man den.

 

Weiter geht es durch verwinkelte Gänge bis zum Hauptraum der Anlage.

Im hinteren Bereich befanden sich die Unterkünfte der Offiziere,

der Funkraum,

Energiezentrale und die Magazine. Von dem Hauptraum führen die Gänge weiter zu den Geschützständen. Diese werden im Ernstfall luftdicht verschlossen.

LuftpumpeDie Luftzufuhr wurde über eine Handpumpe sichergestellt.

Dazu sind allerdings ca 45 Umdrehungen in der Minute nötig. Ein Fitnessprogramm der anderen Art.

Das eine oder andere mal , soll es Konditionsprobleme gegeben haben.

Wir verlassen die Anlage wieder und das warme Sommerwetter trifft uns wie ein Schlag.

Ein sehr interessanter und sehr informativer Nachmittag geht zu Ende.

Überarbeitet am 04.04.2018

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