Kurzurlaub im Langtauferer Tal in Südtirol

Im letzten Jahr waren wir zum ersten Mal im Langtauferer Tal. Ein ruhiges Tal eingeschlossen von den Bergen. Die Anreise über den Reschenpass und entlang am Reschensee. In Graun die berühmte Kirche von „Altgraun“ im See. Der Ort musste nach dem Bau des Stausees verlegt werden. Nur der Kirchturm blieb stehen. Wir wollten im Winter wieder kommen und setzten das nun in die Tat um.

Der erste Tag:

Die Anreise über Salzburg, Rosenheim und Innsbruck verlief problemlos. Selten eine so gemütlich Fahrt über dieses so stark befahren Autobahnen erlebt. Auch das Wetter bessert sich mit jedem Kilometer.

am Chiemsee

Am Chiemsee waren wir noch im Nebel. So erreichten wir schneller als gedacht den Reschenpass.

am Reschenpass

Die Strassen sind gut geräumt und der Großteil schneefrei und die Schneeketten bleiben im Kofferraum. Am Reschensee machten wir eine kurze Pause und genießen den Blick auf den See. Er ist leicht zugefroren. Es schaut fast so aus als könnte man zu Fuß zur Kirche gehen.

Kirchturm von „Altgraun“

In Graun biegen wir in das Langtauferer Tal ab. Hoffentlich ist diese kleine Straße genauso gut geräumt wie die Hauptstraßen. Doch wir kommen ohne Probleme voran. An den steilen Straßenabschnitten wurde mit Salz gearbeitet, so erreichen wir in wenigen Minuten unser Hotel. Nur auf der Zufahrt mussten wir mit Schwung nehmen. Den Nachmittag verbrachten wir bei Kaffee und Kuchen mit der Tourenplanung für die nächsten Tage und dem Genuss beim Blick aus dem Fenster.

im Langtauferer Tal

Der Wetterbericht für die Region passte. Die nächsten Tage Sonnenschein bei leichten minus Temperaturen.

Der zweite Tag:

Für heute stand eine Tour zu den alten Wehranlagen auf der Hochebene des Plamort 2083m des ersten Weltkrieges auf dem Programm. Die Tour hatte ich auf der Homepage vom Vinschgau gefunden. Der Start ist beim Fußballplatz von Reschen. Der Platz liegt im tiefen Winterschlaf.

Info Tafel der Grenzbefestigung

Der Forstweg verläuft unterhalb vom Fußballplatz. Wir sind nicht die ersten seit Samstag auf der Tour. Am Wochenende hat es hier in der Region einiges an Neuschnee gegeben. So brauchten wir nur der Spur folgen.

Nach wenigen Minuten erreichten wir einen der ersten Bunker.

Nur zu sehen ist davon unter der Schneedecke nichts. Wir stiegen weiter bergauf.

Es ist herrlicher Wintertag. Der Wald gibt den Blick zum Piz Lad frei.

Wir stapften weiter durch den Schnee und Blicken ins Tal zum Reschen Pass.

Das ganze Tal erstrahlte im Sonnenschein. Die Langläufer ziehen da unten ihre Bahnen.

Wir gingen weiter und weiter bergauf. Es ist herrlich bei diesem Wetter.

Nur unser Ziel kommt und kommt nicht näher. Bei der Beschreibung stand nur eine Zeitangabe, mit drei Stunden. Nach drei Stunden hatten wir noch nicht mal die Hochebene erreicht. Nach einer kurzen Pause machten wir uns auf den Rückweg. Die Natur erstellt so manches Kunstwerk.

Wir gingen flotten Schrittes ins Tal. Den Abstieg nutzen wir auch mit den LVS Geräten zu üben.

Mal habe ich, mal Sibille ihr Gerät versteckt. Es ist gar nicht so leicht dann das Gerät wiederzufinden. Der Schnee staubt nur so vor unseren Schuhen. Wir haben eine deutliche Spur hinterlassen. 😀

Jeder Schritt ist heute ein Genuss bei diesem Wetter.

Bei dem ersten Bunker gingen wir auf dem Rundweg der Etschquelle weiter ins Tal.

Nach der Quelle erreichten wir einen kleinen Rastplatz mit einer wunderschönen Aussicht auf Reschen.

Den letzten Blick zurück auf unser heutiges Tourengebiet

Im Vordergrund zieht der Rauch vom Heizkraftwerk vorbei und im Hintergrund schneit es bei Sonnenschein aus der Schneekanone.

Wenige Minuten später erreichen wir wieder den Parkplatz.

Anmerkung:

Im Winter mit Schneeschuhen ist man ja nicht so schnell wie im Sommer mit den Bergschuhen, und für das Photographieren brauchen wir auch immer viel Zeit. Daher brauchen wir immer etwas länger. Trotzdem zweifelten wir etwas an den Zeitangaben auf der Homepage. Es war trotzdem eine wunderschöne Wintertour. Wir werden sie im Sommer wiederholen und dann können wir abschätzen welche Zeit wirklich stimmt. Seit diesem Winter haben wir unsere Ausrüstung vervollständigt und uns beide ein komplettes LVS Set von Ortovox (LVS Gerät, Sonde und Schaufel) zugelegt und hoffen das wir es nie brauchen werden.

Tour in Kürze:

  • Anreise: Parkplatz am Ortsanfang von Reschen (beim Schlepplift). Wegweiser Sportplatz folgen und danach Roßhütte, Plarmot.
  • Start: Reschen
  • Ziel: Plarmot Hochebene (nicht erreicht)
  • Aufstieg (bis Abbruch): 3 Stunden
  • Abstieg: 2 Stunden 10 Minuten
  • Schwierigkeit: k.A.
  • Hütte: Roßhütte (geschlossen)
  • Wegenummern: 2, 2A,
  • Wetter: sonnig -8 Grad
  • Winterliche Gefahren beachten!

der dritte Tag:

Heute begann unsere Tour direkt vor der Haustüre vom Hotel auf der anderen Straßenseite beim 2er Sessellift Maseben. Noch sind wir im Schatten und es ist recht kühl. Doch der blaue Himmel lässt uns hoffen das es oben am Berg sehr sonnig wird.

Sessellift

Wer jetzt meint wir fahren mit dem Lift. Den muß ich enttäuschen. Zu einem wollen wir es zu Fuß schaffen und zum anderen ist er überraschender Weise außer Betrieb (siehe Anmerkung). Wir steigen ein Stück die Skipiste rauf bis zum Forstweg und blicken zurück zum Hotel.

Wir folgen dem Weg weiter in Richtung Melag Alm bis zur ersten Abzweigung (im Winter ein Langlauf Loipe).

Wir sind gerade auf unseren Weg abgebogen als wir hinter uns nur ein lautes „Hop“ hören. Ein Hundeschlittengespann kam ganz leise angerauscht, Wir haben es gar nicht gehört und der „Musher“ machte so nur auf sich aufmerksam. So schnell wie sie gekommen waren, so schnell waren sie auch wieder verschwunden.

Wir sind nicht ganz so schnell wie sie. Wenige Minuten später der nächste Schlitten. Jetzt hielten wir die Augen offen ob noch mehr Schlitten vorbeikommen. Es blieb bei den zwei, doch die kamen auch wieder zurück.

Jetzt mit Volldampf bergab. Wir sollten ihnen besser nicht den Weg verstellen. Hier in 8 facher Zeitlupe

und in Original Geschwindigkeit.

Wir gehen dagegen etwas langsamer weiter bergauf 😀 und erreichen schließlich die Maseben Alm.

Maseben Alm

Ein weiteres Stück auf dem Forstweg bis zur Skipiste. Von da an geht es deutlich steiler die letzten Höhenmeter rauf zur Bergstation. Die letzten Höhenmeter im strahlenden Sonnenschein.

Wir erreichen die Berghütte (auch sie ist geschlossen) und machen es uns dort gemütlich.

Wir haben einen traumhaften Rundblick bis zum Gepatschferner und Tiergartenspitz. Den Berg haben wir auch noch nicht bis zum Gipfel geschafft. Wir lassen uns Zeit mit unserer Pause, bei diesen Bildern kann das wohl jeder verstehen.

Blick zum Gepatschferner
Blick zum Tiergartenspitz

Auch hier oben machen wir noch eine kurze Übung,

Sibille kontrolliert nochmal die Position. Ich liege ja nicht unter der Schneedecke. Nur mein Gerät.

bevor es im flotten Schritt über die Skipiste bergab geht.

Beim Abstieg kürzen wir an einigen Stellen über die Skipiste ab und als wir den unteren Forstweg erreichen wandern wir weiter Richtung Melag Alm. Hier am Ende vom Tal ist ein Langlaufgebiet mit einigen Kursen bis zur Melag Alm.

Von dort ging es ja weiter zum Weißkugel oder Weißkugelhütte.

Wir gehen durch den Ort Melag zurück zu unserem Hotel.

Anmerkung:

Ein wunderschöne einfache Tour, die man auch variieren kann, wenn man mehr über die Skipiste aufsteigt. Der Lift Maseben ist in dieser Saison 2014/15 geschlossen. Das Aus für den Lift kam ganz kurzfristig. Daher ist auch der Berggasthof geschlossen. Mehr ist zur Zeit nicht bekannt.

Tour in Kürze: 

  • Anreise und Tourenplan
  • Tour auf outdooractive
  • Start: Talstation Maseben Seilbahn
  • Ziel: Berggasthof Atlantis
  • Aufstieg: 2,5 Stunden
  • Abstieg: 1,5 Stunden
  • Rundweg Melag: 1 Stunde
  • Schwierigkeit: k.A.
  • Wegenummern: 15,15b,19
  • Berghütte: Atlantis der Berge (zur Zeit geschlossen)
  • Wetter: sonnig -5 Grad
  • Winterliche Gefahren beachten!

der vierter Tag

der letzte Urlaubstag und überraschender Weise recht schönes Wetter.

Deutlich besser als gemeldet. Für heute stand die Ochsenberger Alm auf unserem Programm.

Der Start ist in dem kleinen Ort Kapron und um diesen zu erreichen nutzen wir den Skibus.

Nachdem wir Kapron erreicht haben, gehen wir weiter zum Bauernhof Riegel und an diesem vorbei. Kurz hinter dem Bauernhof stehen auch die Autos von den Schlittenhundeführern.

Ein Schlitten ist schon zurück und ein anderer kommt gerade. Die Hunde umringen ihren Musher.

Die versorgen jetzt ihre Hunde. Nach dem nächsten Bauernhof geht es rechts steil in einem langgezogenen „S“ den Berg rauf.

Meine Outdor Navi zeigt mir keinen Weg. Die Markierung ist aber vorhanden und auf meiner Karte ist auch der Weg.

Dieser ist sehr steil und wir kommen auch ohne Schneeschuhe gut voran.

So bleiben sie am Rucksack. Nach dem Wegkreuz geht es ein Stück durch den Wald und an einem Wasserspeicher erreichen wir den Forstweg.

Der Weg ist planiert und die Schneeschuhe bleiben weiter am Rucksack.

Hier treffen wir wieder auf das letzte Hundegespann von gestern. Sie hatte gerade ihren Hunden eine Pause gegönnt.

Doch jetzt wollte die Hunde wieder los und es ist gut das der Schlitten mit zwei Ankern gesichert ist.

Sie löst den ersten und muß jetzt mit aller Kraft auf der Bremse stehen. Der zweite Anker wird gelöst.

Sie klappt ihre Bremsmatte herunter und gibt ein kurzes Kommando.

Jetzt sind die Hunde nicht mehr zu halten.

Für uns geht es gemütlich in traumhafter Winterlandschaft weiter unserem Ziel entgegen. Die Sonne scheint uns jetzt bis zum Ziel direkt ins Gesicht.

Alles um uns herum ist in gleißenden Licht getaucht. Einfach ein Traum. Teilweise kürzt der Wanderweg ab. Das letzte mal sehen wir das Hundeschlittengespann.

Ich könnte ständig photographieren.

Überall sehe ich ein Motiv.

Auch künstlerisches wie hier zu sehen ist.

Das Gelände gibt den Blick auf die Hochalm und die umliegenden Gipfel frei.

Einfach die Fortsetzung des Traumes der letzten Tage. Wir machen bei der Ochsenberger Alm eine kurze Pause.

Der Rückweg ist bei diesen Schneebedingungen einfach herrlich. Wir driften auf dem Schnee ins Tal bis zum Wasserspeicher.

Von hier gehen wir weiter Richtung Melag Alm und durchqueren das halbe Tal zu Fuß.

Das geht schneller als wir gedacht hätten. Rechtzeitig zum Kaffee  😀 erreichen wir wieder unser Hotel.

Anmerkung:

Eine schöne Winterwanderung. Wer den steilen ersten Anstieg vermeiden will kann dem Forstweg folgen. Dadurch wird die Wanderung aber mindestens um 1 Stunde verlängert. Der Forstweg war so gut planiert, das wir die Schneeschuhe am Rucksack lassen konnten. Die kurzen Abkürzungen, waren durch den Pulverschnee auch kein Problem. Wer einen Schlitten mitnimmt kann den Rückweg auch runter rodeln. 

Tour in Kürze:

  • Anreise und Tourenplan
  • Start: Kapron
  • Ziel: Ochsenberger Alm
  • Aufstieg: 2,5 Stunden
  • Abstieg: 3 Stunden (incl. Rückweg bis zur Maseben Seilbahn Talstation).
  • Schwierigkeit: k.A
  • Wegenummern: 14,15
  • Wetter: sonnig -3 Grad
  • Winterliche Gefahren beachten!

der fünfte Tag (Abreise):

jeder Urlaub geht mal zu Ende. Heute ist es bedeckt. Nachdem Frühstück müssen wir leider nach Hause fahren. Ein letzter Blick zum Eisturm

Foto vom Dienstag

und zum Hotel.

Wir machen noch ein kurzer Zwischenstopp in Innsbruck und ein

kleiner Bummel durch die Stadt, bevor wir endgültig nach Hause fahren.

Anmerkung:

das Tal ist ideal für Skitourengeher, Schneeschuhwanderer und Langläufer. Es gibt viele Möglichkeiten. Viele Touren starten direkt vor dem Hotel, die anderen sind mit Auto und Skibus oder Linienbus schnell zu erreichen. Skifahrer müssen zur Zeit nach Schöneben fahren. Der Skibus fährt direkt bis zur Talsation. Der Lift Maseben ist zur Zeit geschlossen. Mehr ist darüber nicht bekannt. Im Winter sollte man unbedingt Karten mitführen. Ich hatte mein Outdoor Navi und Kompass Karten dabei. Viele Markierungen sind unter dem Schnee nicht zu sehen. Hilfreich war natürlich die Spuren im Schnee. Es gab aber auch Stellen da waren diese Spuren widersprüchlich. Auf unseren Touren trafen wir nur auf zwei andere Schneeschuh Wanderern, den drei Musher mit ihren Hunden und einen Bauern der auf dem Rückweg von der Wildfütterung gewesen ist. 

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