Hochalpine Bergtour zum Leopold Happischhaus 1925m

Heute hatte ich zwei Touren auf meinem Plan. Ein leichte zum Wasserfall in Golling oder eine schwere zum Leopold Happischhaus. So fuhr ich auf direktem Weg in Richtung Tennengebirge. Nach einer Stunde erreichte ich den Zustieg zum Wasserfall. Weit und breit kein öffentlicher Parkplatz (nur ein Privatparkplatz von einem Hotel). Nachdem ich einige Minuten im Ort gesucht hatte, habe ich aufgegeben. Zu spät durfte es auch nicht werden für die zweite Tour die ich mir überlegt hatte, sie war deutlich schwerer und länger. So fuhr ich jetzt zielstrebig zum Parkplatz der Eisriesenwelt. Ein wunderschöne Eishöhle. Sie ist sehenswert. Man geht mit echten Karbidlampen in den Berg. Ein Spaß für jung und alt. Ich war schon zweimal in ihr. Heute jedoch nicht. Ich erreiche den großen Parkplatz und kann bis zum Parkplatz 1 durchfahren. Es ist noch nichts los in der früh. Auch hier bin ich überrascht mit welcher sommerlichen Kleidung sich manche auf den Weg zur Höhle machen. Die werden später frieren, wenn sie 90 min bei 0 Grad durch die Eishöhle gehen. Ich gehe an dem neuen Empfangsbereich der Eishöhle vorbei zur Talstation der Seilbahn. Mit der Seilbahn fahre ich aber auch nicht 😀 , sondern gehe links den Wanderweg weiter. die Traumhafte AussichtEin wunderschöner angelegter Panoramawanderweg.  Bereits nach einer Stunde erreichte ich die Bergstation und das die Dr Friedrich Oedlhaus. Ich gehe sofort weiter in Richtung Eishöhle. auf der Wanderautobahn komme ich super voran und erreiche nach 10 min. den Einstieg. Ein Ehepaar war gerade dabei sich auszurüsten. Der Weg ist ausgewiesen als Klettersteig A/B oder schwarz.  Ich hatte auch mein Set mitgenommen. Bin ja nicht ganz schwindelfrei. Nachdem ich mich ausgerüstet hatte gingen wir gemeinsam los. Der Anfang ist noch mit Fixseilen gesichert. Das änderte sich aber wenige Minuten später. Hier waren keine Fixseile. Der Weg ist recht breit 😉 der WegGerade noch breit genug das ich weiter gehe, da es an einer Seite immer was zum halten gibt. Auf der anderen Seite geht es fast senkrecht einige hundert Meter in die Tiefe. So geht es die nächste Viertelstunde weiter. Dann passierte etwas mit dem ich nicht gerechnet hatte. Ich lehnte mich gegen einen Felsen und ohne es zu merken drückte ich meine Wasserflasche aus der Halterung. An ein fangen war nicht zu denken. Sie entschwand sofort in die Tiefe. Beim ersten Aufschlag zerplatzte sie und weg war mein Wasser. Jetzt hatte ich nur noch die kleine Ration im Rucksack. Nun hieß es haushalten. Danach habe ich mich noch einmal etwas verstiegen doch endlich erreichte ich die Leiter. die LeiterSie ist alt schief und knirscht gewaltig, doch sie hält. Endlich 3 Stunden nach dem Einstieg erreiche ich Kote auf 2200m Höhe und noch etwas über eine Stunde bis zum Happischhaus.  Das Gelände erinnert mich an das Tote Gebirge. Nur Steine, trocken, und sehr heiß. Der Weg ist nur spärlich markiert und ich mußte sehr genau schauen wo er verläuft. Das eine oder andere Schneefeld war eine willkommene Erfrischung.  Nach einer Stunde endlich kam das Pitschenbergtal in Sicht.  Die Hütte die ich dann entdeckte war aber nicht das Happischhaus. Das liegt versteckt rechts um die Ecke im Tal. Es kommt erst in Sicht wenn man sprichwörtlich fast davor steht.

das Leopold Happisch Haus ist erreichtMeine Freude war groß und wenige Minuten später saß ich gemütlich auf einen der Bänke und ließ es mir gut gehen. Ich wusste inzwischen das ich den Rückweg heute auf den gleichen Weg nicht schaffen würde. Dafür war ich jetzt schon zu Müde und gerade für das letzte Stück runter zur Eishöhle brauchte man Trittsicherheit und die hatte ich heute nicht mehr. DSCN5603So viel meine Entscheidung auf den Abstieg nach Stegenwald. Der Weg war mit 4 Stunden angegeben. Nach einer Stunde Pause machte ich mich auf den Rückweg, durch das grüne Tal. Kurzzeitig hatte ich mal ein Tief beim Zustieg zur Hütte, das war jetzt verflogen. Ich habe eine super Aussicht in diesem Tal auf die Berge und zurück zum Happischhaus. Rückblick zur BerghütteIch gehe vorbei an der Berghütte für Heimwerker. Ja gut das Dach fehlt schon, das ist doch nur eine Kleinigkeit 🙂 Es liegt an einem kleinen Bergsee. Berghütte für HeimwerkerWeiter führt mich der Weg mit mäßigem Abstieg durch das Tal. das änderte sich aber bald und es ging über zwei Stunden steil bergab. Trotzdem ist sehr angenehm und das obwohl die Abendsonne auf mich niederbrannte. Hier konnte nichts passieren außer blaue Flecken, wenn man stolpert. Auf dem anderen Weg käme man nicht so glimpflich davon. Bereits nach 3 Stunden ging ich unter der Autobahn durch und wenige Minuten später erreichte ich das Gasthaus Stegenwald an der A10. Das Ehepaar das ich oben an der Hütte getroffen hatte, hat wirklich wie versprochen gewartet und sie brachten mich zurück zu meinem Auto. Sie hatten die große Überschreitung gemacht und mussten ihr zweites Auto noch abholen. So lag mein Parkplatz fast auf dem Weg, wenn man davon absieht, das sie eine 7 km lange Passstraße (Sackgasse) rauf und runter fahren mussten. 11 Stunden nach meinem Start war ich wieder am Parkplatz. Eine wunderschöne aber sehr lange und schwere Tour geht zu Ende.

Anmerkung:

Zu Tour 1:

Beim Wasserfall war kein öffentlicher Parkplatz. Da Grundstücksbesitzer in Österreich sehr schnell mit einer Besitzstörungsklage sind, fahre ich im Zweifelsfall weiter. Öffentliche Parkplätze sind in manchen Orten Mangelware. 

Zu Tour 2.

Ich bereite je Tour immer sorgfältig vor und informiere mich über die Tour. Doch alle Berichte können nicht die Wirklichkeit wiedergeben und jeder empfindet es anders. Der Aufstieg bis nach Kotte ist sehr ausgesetzt und nur an den stark exponierten mit Fixseilen gesichert. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind erforderlich. Ich war froh das ich mein Set mitgenommen habe. Beim Aufstieg auf die Markierungen achten. Es schaut an einigen Stellen so aus als ginge der Weg dort weiter und es war eine Sackgasse. Achtung die Tour wirklich nur bei gutem Wetter durchführen!!  Auf keinen Fall bei Nebel oder bei schlechter Sicht gehen. Auf dem Weg zum Happischhaus hat man keine Chance den Weg zu finden. Es ist eine Steinwüste und die Steinmandl und Markierungen sind in größeren Abständen. Es sind auch öfters  nur rote Striche und Punkte auf den Felsen. Genügend Getränke mitnehmen. Es gibt keinen Brunnen oder ähnliches auf der Tour! Das mir die Flasche raus gefallen ist, verstehe ich heute noch nicht. Sie war zweimal gesichert. Ich habe mich ganz schön geärgert das mir das passiert ist und das ich nicht wie sonst auf so einer Tour mein CamelBack genommen hatte. Das war mir eine Lehre. Die Tour werde ich mit Sicherheit wiederholen, aber in zwei Tage. Durch die Änderung meiner Planung habe ich eine Wunderschöne Überschreitung gemacht. Ein besonderer Dank an das Unbekannte Ehepaar das mich zurück zum Auto gebracht hat und dem Paar das mit mir gemeinsam bist Kotte aufgestiegen ist. Das ist das schöne in den Bergen man hilft sich immer. Für mich war es einer der schwersten Touren seit langen und einer der schönsten. 

Tour in Kürze:

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